karinvfaber

Karin von Faber unterstützt den Senioren Computer Club mit ihrer Pressearbeit.

Über Karin gibt es auch im Internet viele interessante Artikel. Einfach mal googeln. :-)

Wir freuen uns, dass sie in unserem Club bei der Vorstandsarbeit mithilft. Um Aktionen wie z. B. unsere Infotage anzukündigen schreibt sie regelmäßig interessante Kolumnen.

Diese Beiträge werden hier in loser Reihenfolge veröffentlicht.

Wir wünschen viel Spaß:


Mai 2017

vielleicht sollten wir ja alles nicht so hoch hängen.
Nicht jeder Pups von Trump muss
Messlatte dafür sein, ob wir für oder gegen Amerika
sind.  Und nicht jedes Erdbeben um Erdogan
um Erdogan muss entscheiden,  ob wir
unsere Brüder und Schwestern aus der Türkei
noch liebhaben wollen oder nicht.
Lassen wir’s in diesen grünen Frühlingstagen
doch gelassener angehen. Mit einem
lyrischen Gedicht des Dichters, der eigentlich
für  Zynismus pur steht: Erich Kästner.
„Im Gala Rock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenszepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart es Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend übers Land.
Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Er winkt und rollt durch einen Farbenhein.
Blaumeisen flattern auf und Finken.
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.
Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten.
Die Birken machen grünen Knicks:
Die Drosseln spielen auf ganz k leinen Flöten  
das Scherzo aus der Sinfonie des Glücks.
Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle.
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei.
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle. 
O gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!
Melancholie und Freude sind wohl Schwestern.
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern.
Auch Glück kann wehtun. Auch der Mai tut weh.
Er nickt uns zu und ruft: Ich komm ja wieder.
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold.
Er grüßt die Hügel und er winkt dem Flieder.
Er lächelt. Lächelt. Und die Kusche rollt.“
 
Ist es nicht hübsch, unter dieser Prämisse
den SCC Info-Tag zu begehen? Wie
zauberhaft unsere deutsche Sprache sein kann.
In diesem Sinne wünscht uns allen noch einen wunderschönen Mai

Ihr

Manfred Grudda

Vorsitzender

und Karin von Faber

Mitglied des Vorstands

 

 


 

April 2017

 

Michal Kosinskis Fach war die Psychometrie, das wissenschaftliche Unterfangen, die Persönlichkeit eines Menschen zu vermessen. Michal Kosinski war ein vielversprechender Studiosus - und als er 2008 an der Cambridge University aufgenommen wurde, begann für ihn …ein neues Leben. Mit einem Studentenkollegen stellte Kosinski eine kleine App ins damals noch überschaubare Facebook. Auf “my Personality“ konnte man einen Psycho-Fragebogen ausfüllen, Beispiel: Lassen Sie sich bei Stress leicht aus der Ruhe bringen oder neigen Siedazu, andere zu kritisieren? Lapidare Fragen, keineswegs indiskret. Aber statt wie erwartet ein paar Dutzend Studienfreunde hatten bald Hunderte, Tausende, bald Millionen ihre innersten Überzeugungen preisgegeben. Alles drängelte zum Seelen-Strip. Plötzlich verfügten die beiden Doktoranden über den größten jemals erhobenen Befindlichkeits-Datensatz.  Wie im Rausch begannen Kosinski und sein Team die Methode unablässig zu verbessern. Mittlerweile sind die so weit, dass sie nicht nur die Hautfarbe eines Facebook-Users bestimmen können, sexuelle Vorlieben, Intelligenz, Religionszugehörigkeit, sondern auch Alkohol-, Zigaretten und Drogenkonsum. Sogar, ob die Eltern einer Person bis zu deren 21. Lebensjahr zusammengeblieben sind, lässt sich anhand der Daten ablesen. Und Kosinski machte weiter. Bald konnte sein Modell anhand von 10 Facebook-Likeseine Person besser einschätzen als ein Arbeitskollege.70 Likes reichten, um die Menschenkenntnis einesFreundes zu überbieten, mit 300 Likes konnte Facebook das Verhalten einer Person besser einschätzen als deren Partner. Am Tag, als Kosinski diese Erkenntnisse publizierte, bekam er zwei Anrufe: eine Klageandrohung und ein Stellenangebot. Beide von Facebook. Irgendwann kamen Bedenken: was, wenn jemand dasgewaltige Potential seiner Menschensuchmaschinemissbrauchte, um die Bevölkerung zu manipulieren? Vonnun an begann er, seine wissenschaftlichen Arbeiten mit Warnungen zu versehen. Zu spät. Geschäftemacher saugten Honig aus seinen Forschungsergebnissen: die Firma „Cambridge Analytica“ ließ wissen: „Wir haben Psychogramme von Millionen  Amerikanern.“ Und Vorstandsmitglied Steve Bannon, Herausgeberder ultrarechten Onlinezeitung „Breibtbard News“ ist gerade zu Donald Trumps Chefberaterernannt worden. Der Spiegel widmete  Bannon eine Titelgeschichte „Trump und sein Mephisto“. Kosinski, inzwischen Professor an der Stanford-University Kalifornien, beobachtet die Entwicklung mit wachsendem Entsetzen, Nach dem Muster der Trump-Wahlhat auch nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeitder Brexit stattgefunden. Am Pranger: Facebook und dieLeichtfertigkeit seiner User. Darüber wird noch zu diskutieren sein. Für die Frankreich-Wahlen jedenfalls steht Marine LePen schon in den Startlöchern – der Unterstützungvon Steve Bannon und „Cambridge Analytica“ kann sie sicher sein. Friedensnobelpreis hin oder her - wäre es nicht köstlich, die EU auseinanderbrechen zu sehen? In der Hoffnung, dass es so weit denn doch nicht kommt, erwarten wir zumindest einen erfolgreichen Info-Tag

 

Manfred Grudda Vorsitzdender

und Karin von Faber Mitglied des Vorstands

 

 


Seevetal November 2016

 

Der 6. Dezember und der SCC Info-Tag fallen diesmal zusammen. In 10 Jahren war das noch nie er Fall – noch ein Grund zum Feiern.

Ein paar kleine „Angebinde“ wird’s also geben, sozusagen für den Schuh. Dabei war  der Heilige Nikolaus von Myra, dessen angeblichen Todestag wir begehen, sehr viel verschwenderischer mit seinen Gaben. Der Legende nach teilte er sein Vermögen mit den Armen und als ein verzweifelter Vater seine drei Töchter aus Armut zur Prostitution hergeben sollte, warf Nikolaus von Myra drei  Goldklumpen in die Socken, die im Kamin  zum Trocknen aufgehängt waren.

Seither der Brauch, braven Kindern zum Nikolaustag etwas in die Schuhe oder Strümpfe zu stecken.

- Der Heilige Nikolaus hat um 300 nach Christus gelebt.

 

Im 21. Jahrhundert haben Erwachsene freilich andere Bedürfnisse. Die digitale Revolution
entlässt ihre User. Unsereins wünscht sich einen Laptop, eine Google Smartwatch,
  einen
E-Book
  Reader. Auch die Entscheidung, ob Apple oder Microsoft, braucht Berater – schließlich

ist das eine Entscheidung für einige Jahre. Wie wär’s also, wenn Sie sich auf die (noch

zu füllenden) Nikolaus-Socken machen und den Nachmittag des 6. Dezembers
einfach bei uns verbringen würden? Da gibt’s
zwar keine Weihnachtslieder, aber jede
Menge Tipps, worauf Sie beim Kauf achten müssen und Tricks, wie Sie die besten

Bedingungen für sich herausholen – seid klug wie die Schlangen

und ohne Falsch wie die Tauben. (Matthäus 10, 6)

 

Aber noch ist das SCC-Jahr ja nicht ganz abgelaufen: Denkt daran, das noch einmal

„Gemeinsames Üben am Notebook“ im Dorfhaus Maschen angesagt ist (11.0Uhr)

und - nicht vergessen - Workshop Internet (Mittwoch 14.30 Uhr im Medienentrum .
Oder wie wär’s mit dem Klönschnack um 17.00 Uhr im Nostalgie-Café Helmstorf?

Da gäbe es noch mal Gelegenheit, letzte Informatioen abzugreifen,

sprich das Angenehme mit dem Nützlichen  zu verbinden:

Diese Lehrstunde findet bei Kaffee und Kuchen statt.

Winfried Meyer, 2. Vorsitzender des SCC, und seine Frau Elisabeth

haben sensationelle Backrezepte. Ach es gib ja noch so viel zu tun

an diesem Mittwoch - packen wir’s an!    

Schließlich ist der nächste SCC Info-Tag erst wieder im Neuen Jahr. 

 

Bis dahin wünschen alles Gute

für die stressigen Weihnachtsfeiertage

und einen munteren Rutsch

 

Ihr Manfred Grudda
Vorsitzender

und Karin von Faber

Mitglied des Vorstands

 

 


Seevetal Mai 2016

 

 

Die Comic-Figur Dick Tracy ist Detektiv und wie fast alle Amerikaner verrückt nach Technik.

Seit  den 30er Jahren geht der knackige Zeichentrick-Held  auf Verbrecherjagd, erst in Zeitungen, später beim Film. Schon 1946 telefonierteder Mann mit seiner Armbanduhr und nutzte Video-Installationen am Handgelenk. Entsprechend hieß die Smartwatch fortan in den USA  „Dick Tracy Watch“. Wie bei Jules Verne oder Isaac Asimov war also der Fortschritt inspiriert über den Umweg von Fiction-Autoren. Dafür allerdings, dass die künstliche Intelligenz tatsächlich eines Tages intelligenter ist als wir, also dass wir vollständig durch unsere Produkte ersetzbar wären, spricht rein gar nichts. Alle, selbst die raffiniertesten Entwicklungen sind in der Realität nichts weiter als Siliziumzombies ohne bewusstes Innenleben. Maschinen, die ein Komplott gegen die Arbeitsteilung und einen neuen Klassenkampf gegen die Menschheit führen, werden auf ewig das bleiben, was sie schon immer waren: Science Fiction. (Wie angenehm, immerhin so viel zu wissen.)  Unser Gehirn ist schlichtweg zu erfinderisch. 

Banales Beispiel: Ich gehörte zu jenem luschigen Teil der Menschheit, die das Auto immer unverschlossen auch nachts im Carport geparkt hat. Das lasse ich inzwischen bleiben, zu oft ist die Rede von Einbrechern und Autoklau. Aber  jetzt haben die Diebe sich was Neues ausgedacht -  beim Komfort-Schließsystem „Keyless“, bei dem der Fahrer nicht mal den Schlüssel für die Zündung braucht, geht das Klauprogamm so: Ein einfacher Sender plus Empfänger genügt, um das Funksignal des Schlüssels abzufangen und zum Empfänger eines Komplizen zu senden. Der wartet in der Nähe des Wagens, das Auto öffnet sich, der Dieb setzt sich rein und kann starten.  Die ADAC-Motorwelt hat den Trick vorgestellt, RTL empfiehlt nun den Firmen, einen Schlüssel zu entwickeln dessen Signal ausschaltbar ist. Bis es den wirklich gibt, könnte man das Ding ja dick in Alufolie packen.

Na fein, ich seh‘ mich das schon so machen. Und was ist mit dem Credit Card System? Tatsächlich können Ganoven nicht nur die Karte am Automaten auslesen – inzwischen soll‘s unauffällige Scanner geben, mit denen das sogar bei solchen geht, die brav in der Handtasche stecken. Gegenmittel: eine Plastikhülle. Wir erkennen, die Spirale dreht sich, immer mehr Finessen machen die Runde. Immer mehr muss beachtet werden. Immer höher wird das Risiko, wir nehmen es hin, weil die Vorteile überwiegen.

Wirklich? Fest steht, dass die Leistungsfähigkeit einer heutigen Apple Watch die Apollo-Mondlandungsrechner bei weitem übertrifft. Der Apollo Guidance Computer von 1969 hatte einen Arbeitsspeicher von vier Kilobyte, seine Taktrate lag bei 100 Kilohertz. Mit der heutigen Apple Watch könnte Dick Tracy glatt auf dem Mond landen. Zumindest von der Rechenleistung her. 

Der Mond muss es ja nicht gleich sein – auf der Erde gibt’s noch genug zu  lernen. z.B. beim SCC Info-Tag, 

 

sagt Manfred Grudda Vorsitzender

 

und Karin v. Faber

Mitglied des Vorstands 


 

Seevetal April 2016

 

Lieber Leser,

 

ja, seine Katze hat einen Chip unterm Fell, sagt der Interviewpartner der „Tagesthemen“. Die Vorteile seien klar ersichtlich. Nicht nur, dass der kleine Streuner eindeutig identifizierbar wird, sondern weil das Mini-Implantat auch die Katzenklappe steuert, nur für das Tier mit dem Chip geht die Klappe auf. Auf der Cebit-Messe .in Hannover wurden nun Chips für unbepelzte Zweibeiner vorgeführt. Sie öffnen und schließen die Haustür, funktionieren beim Anspringen des Autos ebenso wie an der Kasse im Supermarkt. Und können auch sonst noch viele nützliche Dinge im Alltag verrichten.

Ist das nicht wirklich großartig? Nein, befand der Befragte im Fernsehen: Schließlich bin ich keine Katze. Ich will das noch immer alles selbst steuern. Wer so denkt, wird wohl auch nie im selbstfahrenden Auto unterwegs sein wollen. Man stelle sich vor: Der vollautomatische PKW kann,  wenn man ihm seine Wünsche vorher eingegeben hat, seinen Parkplatz suchen, während der Fahrer längst in der Konferenz sitzt. Es kann den Nachwuchs vom Kindergarten abholen, die demente Großmutter zur Therapie bringen, den betrunkenen Enkel aus der Kneipe holen. Wie beim Taxi. Nur ohne Fahrer. Aber da war doch der Zusammenstoß zwischen Google-Auto und einem Bus. Ja, der PKW hatte wohl geglaubt, der Bus werde noch ausweichen – aber das, sagt Google, sei nur eine Lücke in der Software, die man sofort schließen könne.  

Die Frage ist nur: Werden sich die Menschen jemals an den technisierten Alltag gewöhnen können? Der Roboter als Staubsauger mag ja noch willkommen sein, das vollautomatische Zugeh-Girl aber auch noch? Oder das Zimmermädchen im Hotel  mit einem süßen menschlichen Gesicht und Rundungen an den richtigen Stellen?

Von diesem Gedanken ist es nicht mehr weit bis zur Geliebten aus Bits und Bytes. In Japan wird bereits daran gearbeitet, Sexpuppen mit künstlicher Intelligenz auszustatten. Vor allem Kopf und Gesicht müssen noch animieret werden. Bis Ende 2017 könnte dann so ein attraktives Geschöpf auf den Markt kommen, das sich mit seinem Besitzer sogar intelligent unterhalten würde. Das Mädel kommt in fünf Variationen raus, darunter „Wild Wendy“ die abenteuerlustige; „Frigid Farrah“, die schüchterne, sowie „Young Yoko“, die lernwillige. Preis: angedachte 7000 Euro.

Kann man aus den Entwicklungen solcher Spielzeuge schließen, dass mit unserer Gesellschaft etwas nicht mehr stimmt? Ach die Phantasie von Männern in allen Jahrhunderten war doch damit beschäftigt, sich willfährige Gefährtinnen zu formen – Hirngespinste, schon in der Antike vom Griechen-König Pygmalion geträumt. Oder in Jaques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ genial in der Figur der Puppe Olympia fiktionale Wirklichkeit geworden. Bis die Puppe zerbricht und nur noch  zuckende Augen und Arme und Beine und ein Räderwerk von ihr übrig sind. Entsetzen bei Hoffmann - aber Achtung: Der Zauberlehrling macht oft eine ziemlich uncoole Figur.

Beim SCC Info-Tag bleiben wir ohnehin auf dem Teppich,

das versprechen

Ihr Manfred Grudda                                                                             Karin von Faber

Vorsitzender                                                                                         Mitglied des Vorstandes

 

 

 

 


Seevetal, Febr. 2016

 

 

 

Wie war zu Köln es doch vordem mit Heinzelmännchen so bequem.

 

Denn, war man faul, man legte sich hin auf die Bank und pflegte sich.

 

Da kamen bei Nacht noch eh man's gedacht........

Sie wissen es natürlich: die Heinzelmännchen.   

Die hüpften und trabten und putzten und schabten

Am nächsten Morgen jedenfalls war alles picobello.

Moment, sagen Sie, das gibt’s doch schon, haben

wir nicht längst das „Internet der Dinge“? 

Oh doch.  zumindest theoretisch: Jalousien, die

sich auf Befehl per Smartphone öffnen

oder schließen, der Kühlschrank, der Fotos von

seinem Inhalt versendet, das Navi, das

per Zuspruch funktioniert, all das gibt es ja längst –

nur ist die Zahl derer, die es nutzen, noch

immer verschwindend gering.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, 31, schwebt jetzt

vor, so etwas wie einen digitalen Assistenten

fürs Haus zu entwickeln. Der gute Geist für alle

Lebenslagen, eine „einfache künstliche Intelligenz,

die das Haus betreut und die Bewohner

in allen Belangen unterstützt.“

Das ist keineswegs in Wolkenkuckucksheim

angesiedelt und sogar die angesetzte Frist von einem

Jahr (!) scheint nicht mal utopisch.

Schließlich gibt es ja schon viele Möglichkeiten. Vereinfacht

gesagt, käme es fast nur noch darauf an, alle diese

elektronischen Bausteine zu vernetzen, die oft allerdings nicht

dieselbe „Sprache“ sprechen, und – ebenso wichtig

wie die Unternehmung selbst – benutzerfreundlich

hinzukriegen. Was nutzt  schließlich die schönste Installation,

wenn man sie nicht beherrscht? Der Besuch des Technikers,

Kilometergeld inklusive, ist keineswegs immer willkommen. 

Forderung Nummer zwei: Das elektronische Heinzelmänchen

sollte auch – sagen wir für Normalverdiener – im Rahmen

ihres Budgets für Anschaffungen liegen. Mehr als die

teuerste Waschmaschine, aber doch weniger als

als der billigste Kleinwagen müsste der Standardpreis liegen.

Bitte, ohne Grenzen nach oben. Wer richtig viel will,

kann auch richtig viel zahlen.

Die Jung-Familie Zuckerberg dürfte mit all dem keine
Probleme haben. Im offenen Brief  an ihre

Tochter Max spricht das Ehepaar – sie ist übrigens

Kinderärztin - von der moralischen  

Verpflichtung gegenüber allen Kindern der

kommenden Generation und spendet

darum 45 Milliarden Dollar. Zum Vergleich:

Deutschlands Entwicklungshilfe-Etat beträgt 6,9 Milliarden.

Es gibt noch Menschenfreunde? Glauben wir’s

einfach mal.

Die Geschichte von den Heinzelmännchen

geht freilich schlecht aus: Die Frau des Schneiders streut

Erbsen auf den Boden, die Männchen rutschen aus.

Sie stürzen. Und kommen nie wieder. „Ach dass es noch

wie damals wär. Doch kommt die schöne Zeit nicht

wieder her.“

 

und Karin v. Faber

Mitglied des Vorstands 

 

 


Seevetal 20.10.2015

 

"ergab die Schulnote 2"

 

 

Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin,

 

weil es gar keinen Ort gibt, an den man

 

gehen könnte. Der Krieg findet im Cyber statt,

 

keine Neuauflage des Trojanischen Kriegs,

 

aber doch einer der Trojaner, der Viren und Würmer.

 

Manchmal beginnt die Katastrophe tatsächlich mit einer

 

Email, die jemand unbedacht geöffnet hat . Es

 

ist die eine infizierte Mail, die zur Großattacke ausreicht.

 

Auf einmal sind da Programme,

 

die Dateien löschen, Passwörter kopieren und ganze

 

Rechnersysteme lahmlegen.

 

Aber Gründe für verhängnisvolle Ausraster gibt’s genug.

 

Erst im April verkündete des Weiße Haus, dass

 

russische Hacker das E-Mail-Postfach von Präsident Obama

 

geknackt hatten. Im Mai attackierten Unbekannte das

 

Datennetz des Deutschen Bundestags. Im Juni

 

wurde bekannt, dass chinesische Hacker

 

vier Millionen Mitarbeiter von US-Behörden ausspioniert

 

hatten. Im Juli berichtet Spiegel Online über den

 

Trojaner Regin, der von der Leyens Bundeswehr bedroht.

 

Die Katastrophe besteht darin, dass die Dimensionen

 

sich verschoben haben: Eine Bombe ist schrecklich,

 

aber es ist nur eine. Kommt dagegen eine Cyberwaffe zum

 

Einsatz, bewegt sie sich durch die

 

Computer und infiziert das Netz auf Ewigkeit.

 

Was Facebookusern tagtäglich vermittelt wird,

 

nämlich dass das Netz nichts vergisst  –

 

hier wird es schicksalhaft: Eine Cyberwaffe

 

verschwindet nicht, sie bleibt. Beispiel: der Computerwurm

 

Stuxnet. Die USA entwickelten ihn, um das

 

Iranische Atomprogramm zu stören. Aber die Rache ist

 

bitter: Stuxnet wurde längst als Retourkutsche gegen

 

Washington eingesetzt.

 

Kann man überhaupt noch verhindern,

 

dass diese Programme sich weiter ausbreiten und

 

es irgendwann tatsächlich zum Supergau

 

kommt? Man kann. Man muss. Durch politische Ächtung,

 

durch verstärkte Sicherheitsmaßnahmen

 

in allen Bereichen. Dabei ist es nicht damit getan,

 

immer mehr Verschlüsselungen vorzuschreiben,

 

bis wir genervt die alte Reiseschreibmaschine wieder vom

 

Dachboden holen und unsere Nachrichten mit

 

Post und Briefmarke befördern.

 

Wir sind doch erwachsen geworden: In Zukunft werden

 

nicht mehr flotte Innovationen den Verkaufserfolg

 

garantieren, sondern die Beantwortung der Fragen nach

 

der effizientesten Firewall und dem überzeugendsten Virenprogramm.

 

Hacken darf sich nicht mehr lohnen. Nicht nur

 

wenn es um die großen, sondern auch

 

wenn‘s um die kleinen Kriege geht. In unser aller

 

Interesse muss gefordert werden: Schützt

 

unsere Computer besser. Ihr habt genug Dollarmilliarden

 

gemacht, jetzt sind wir dran. Mit unserer Sicherheit. 

 

 

 


 

Kann es sein, dass Computer auf dem
Weg durch die Institutionen langsam aber sicher
bereits ihr Ziel erreicht haben -  sprich die Regularien
aller menschlichen Beschäftigungen zu
übernehmen. Sie fliegen für uns durch die
Galaxien, sie parken das Auto ein und
füllen den Eisschrank auf. Was lassen wir uns nicht
alles von schlauen Rechnern verklickern, befehlen,
nahebringen, wir lassen uns zur Ordnung
rufen, belügen, betrügen  und manchmal sogar
ins Bockshorn jagen. Die Mechanismen
durchschauen wir im Allgemeinen zu spät.

Der Bundestag abgehört? Fast schon
Peanuts. Die französische Regierung ausspioniert?
Nicht unser Problem.  Die britische
Botschaft in Berlin als Zentrale eines gigantischen
Spinnennetzes zur Ausforschung Europas platziert?
Ach was. Nicht mal mehr die Datenvorratsspeicherung
treibt uns auf die Barrikaden. Mögen sich die
Politiker die Lippen fusselig reden – wen ficht’s schon an,
wir sind die mit der Elefantenhaut. Der Preis der
Freiheit ist die Durchsichtigkeit jedes Einzelnen von uns.

Dabei sind die Konsequenzen aus dieser Art Attacken
noch gar nicht abzusehen.  Werden vertrauliche
Nachrichten nun nicht mehr per Email gepostet werden
können  - und seien sie auch noch so gut
verschlüsselt – sondern durch Boten wie einst
zugestellt? Oder müssen sich – noch makabrer –
Betroffene wieder unter freiem Himmel 
treffen wie zu Zeiten von Horch und Kuck? 

Was wäre überhaupt, wenn Computer das Ende der
Menschheit längst programmiert hätten?
Wenn sich die Rechner dieser Erde verabredet

hätten, sämtliche Kernkraftwerke explodieren
zu lassen? Das ist natürlich ein rein hypothetischer
Gedanke, dem Hirn eines Science Fiction Autors
entsprungen. Nur: wenn grundsätzlich nichts mehr
auszuschließen ist, warum gerade dieses nicht?
Da spinnt „Mr. Google“ Larry Page gerade
sein Konzept von einer besseren Welt, in der alles
möglich ist, wenn nur die Algorithmen
mitspielen und urplötzlich fühlt man sich an Goethes Mephisto
erinnert: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets
das Böse will und stets das Gute schafft.“

Oder so ähnlich. Sollten wir uns da irgendwie verhört haben?

Ach genießen wir erst mal den Sommer.
Im Herbst können wir ja noch mal darüber reden.
Beim SCC Info-Tag jedenfalls geht’s
um die ganz konkreten Probleme mit dem Rechner
Und davon gibt’s  genug,
wissen auch die 
Mitglieder des Vorstands

 

Karin von Faber

 

 

 

 


 

 

 

 

Kann denn das die Wahrheit sein? Unsere Innenstädte

sind nicht attraktiv genug: Eine Umfrage unter

33 000 Bürgern ergab die Schulnote 2,7 -  also eine 3 plus. 

Erkenntnis: Speziell für junge Leute wird schlicht zu

wenig getan. Wo bleiben die nützlichen City-Apps

fürs Handy, wo der flächendeckende WLAN-Zugang

in der City? Ältere vermissen vor allem

Lebensmittelgeschäfte, allen ist gemeinsam, dass sie

über hohe Parkgebühren klagen und

überhaupt mehr verkaufsoffene Sonntage wünschen.    

 

Die Tendenz ist fatal: Werte verändern ich.

Potentielle Kundschaft beschränkt sich immer mehr

aufs Windowshopping, Geguckt wird in der

Stadt, gekauft im Internet.

 

Der gläserne Kunde macht’s möglich. Nicht nur, dass

Amazon und Co. inzwischen ziemlich genau

wissen, woran der Verbraucher Interesse hat, sie wissen

auch, wieviel Sie dafür ausgeben können. Bei

Marktführer Amazon ändern sich die Preise jeden Tag

2,5 bis 3 Millionen Mal. Wer’s ausprobieren will,

sollte wissen, wie man sich Preisschwankungen zunutze

machen kann: Am Mittwoch ist Elektronik

billiger, am Donnerstag Schuhe, am Freitag Kosmetik.

Risiken und Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen.  

 

Verdammenswerte Praktiken? Wer heute noch den Listenpreis

fürs Auto zahlt, ist sehr dumm oder sehr reich.

Und was das Ausspähen des Kunden angeht, kann

man sicher sein, dass ein gewitzter Verkäufer jeden bereits

beim zweiten Wimpernschlag taxiert hat. 

 

Wie halten wir’s also?

Na gut, Online-Kauf ist was für Eilige. Bestellt,

geliefert, verbraucht. Bei Nichtgefallen zurück. Für difficile

Wünsche weniger geeignet. Den neuen Fußboden

muss man schon mit eigenen Augen gesehen, das kostbare

Stöffchen mit eigener Hand berührt haben.

 

Was spricht fürs City-Shoppen?

Viel. Vielleicht ist es ja dieses inszenierte Erlebnis, das

so viel mit Sensorik zu tun hat, mit Anfassen, jenem sinnlichen

Gefühl der Haptik,  dass uns als Kinder Teddybären

ausweiden ließ und Seifenblasen mutwillig zum Platzen brache.

Okay, heute lieben wir’s erwachsener – wie wär’s mit

Probeliegen beim Bettenkauf frei nach Loriot?

Ein wahrhaft uriges Vergnügen, das erst mal gar nichts kostet.

Genau wie die Weinprobe im gemütlichen Ausschank –

virtuell geht da gar nix.

 

Noch Fragen bitte?   

 

 

 

und Karin v. Faber

(Mitglied des Vorstands)

 


Abschaffung des Gelds

 

Ein ganz Schlauer hat schon mal einen Nachruf auf das Portemonnaie verfasst. Ohne Geld sei die Welt doch viel lebens- und liebenswerter, meint dieser Mann. Gemach, gemach, gemeint ist nicht die Abschaffung aller Werte für Waren und Dienstleistungen. Gemeint ist nur die fast völlige Abwesenheit von Münzen und vor allem von Papiergeld. Vorschlag: 5 € in bar, alles andere per Karte. Der Bäcker an der Ecke bekommt also seine 2 € 95 nach wie vor, aber schon wenn Sie Appetit auf eine Tortenplatte haben, funktioniert’s nur noch mit Plastikgeld. Wie bitte? Das hat sich doch ein krankes Gehirn ausgedacht. Stimmt aber nicht. Es sind viele kluge Köpfe. Die Vorteile liegen auf der Hand, sagt der Ökonom Thorsten Polleit, denn das Papiergeld gilt als Muttermilch des Verbrechens. Und der Wirtschaftsweise Bofinger resümiert: Wo kein Bargeld ist, kann auch kein Schmuggel sein, also auch kein Kapital am Fiskus vorbei. Zins und Zinseszinsen sind mittlerweile de facto ohnehin abgeschafft. Dafür herrscht Konsumterror: Das letzte Geld hat leider keine Taschen. Schwarzarbeit indes ginge gar nicht mehr: Wie soll man den Gärtner entlohnen, der steuerfrei den Rasen mäht, wie die Putzfrau, die das Taschengeld aufbessert? Ob es die gehorteten Konten auf den Cayman-Inseln betrifft oder den Kokain-Fund im Hamburger Hafen - nichts geht mehr. Der IWF müsste sich nur noch einig sein. Es sind mächtige Männer, die den Gedanken vorantreiben. Harvard-Professor Ken Rogoff,einst Chef-Ökonom des IWF, verkündete anlässlich einer Gastvorlesung in München „Papiergeld ist das einzige Hindernis, die Zentralbankzinsen weiter zu senken. Seine Beseitigung wäre eine sehr einfache und elegante Lösung für das Problem der Deflation.“ Schöne neue Welt. Schon kursiert eine E-Mail der AfD-Sympathisantin Beatrix von Storch, geboren als Herzogin von Oldenburg, in der zur Petitions-Kampagne gegen die Abschaffung des Bargeldes aufruft. Schlachtruf: „Bargeld ist gedruckte Freiheit. Schützen wir sie.“ Wie wahr: Wenn nichts mehr geht ohne Karte, haben wir den totalen Überwachungsstaat. Damit nicht genug, digitale Phantasien gehen mittlerweile so weit, dass jeder Schuh mit einem weltweit einmaligen Chip versehen wird, der nachvollzieht, ob sein Besitzer z. B. einen Waldspaziergang macht oder auf Freiersfüßen ist. Genug der Schreckensvisionen. Wir werden ja sehr wenig davon merken. Auch und gerade wenn wir einem Mord zum Opfer gefallen sein sollten, wäre der Gedanke doch wunderbar, wie einfach die Aufklärung für die Polizei sein wird. Denken Sie mal darüber nach.

 

Karin von Faber